Meine eigene Bettwäsche

„Bettwäsche ist im Haus ausreichend vorhanden.“ So lautet ein Satz in meiner Zusage für das Praktikum in den USA. Und tatsächlich, Bettwäsche war vorhanden. Die erste Aufgabe am Ankunftstag war dann auch diese zu sortieren und mit viel Glück ein paar zusammenpassende Teile zu finden. Das es hier sehr viele einzelne Tücher gab und dafür kaum Spanntücher machte und etwas stutzig. Trotzdem fanden wir nach langer Suche auch ein Spanntuch mit angedeutetem Gummizug, dass fast auf unsere Matratze gepasst hätte. Ich habe es trotzdem behalten. Dass die einzelnen Teile farbig nicht zusammenpassten war mir an dem Abend eigentlich egal und auch die nächsten Wochen hatte mich das zwar nie gestört, dennoch war das ein viel zu bunter Fleck im Zimmer.
Nachdem Marc mit der Idee ankam, nach neuer Bettwäsche zu schauen, bin ich auch gleich begeistert mitgegangen. Unser erster Weg führte uns in die Haywood Mall zu Sears, was eigentlich der beste Anlaufpunkt für so etwas ist. Die Verkäuferin dort war sehr hilfsbereit, nur wussten wir beide leider nicht, wie wir Bettwäsche übersetzen sollten. Aber das hat sich schnell ergeben, nachdem wir von der Schlafsackabteilung zu den Matratzen und von dort zur Wäscheabteilung geschickt worden sind.
Jetzt fing der Spass richtig an. Wir haben uns erklären lassen, was der Unterschied zwischen Fitted Sheet, Flat Sheet, Pillow Case und Pillow Sham ist. Leider war da kein Bettdeckenbezug dabei. Also haben wir mit aller Mühe versucht der freundlichen Dame zu erklären, was wir genau suchen. Aber mit der Erklärung, dass man da eine Decke reinstecken kann fing sie leider nichts an. Nach einer halben Stunde hat Marc dann mal ein Set gekauft, ohne zu wissen welche der Größen Twin, Full, Queen oder King er jetzt nehmen sollte. Er hat schließlich auf anraten der Verkäuferin ein Twin genommen, was von der Größe her dann auch ok war. Gekauft hat er es eigentlich nur um zu sehen, ob da ein Deckenüberzug dabei war. Es war dann keiner dabei und so gingen wir am nächsten Tag wieder zu Sears  um das umzutauschen. Wieder haben wir versucht zu erklären was wir suchen, aber ohne Erfolg. Als eine zweite Verkäuferin dann eine Allergiedecke brachte, waren wir ganz vom Bettbezug Thema abgekommen. Eine Kundin, die ebenfalls an der Kasse stand hat das alles mitbekommen und ging zielstrebig auf uns zu und meinte, wir brauchen ein Duvet Cover und hat uns das auch mal aufgeschrieben. Plötzlich wussten alle in dem Laden, was sie uns bringen sollten…
Leider wussten wir nicht, dass ein Duvet Cover soviel kostet wie ein neues Bett. Wollten die doch tatsächlich 50$ für so einen blöden Bezug, der nur für die Decke ist. Dann wäre noch der Rest (Spanntuch und Kopfkissen) draufgekommen und wir wären bei 80$ gewesen. Das war uns dann doch etwas zu teuer und die Verkäuferin (die erste) hat gemeint, wir sollten doch mal zu einem Laden names Plej’s fahren und hat uns eine Skizze aufgemalt. Also sind wir dorthin gefahren, wo wir allerdings kein Bettzeug fanden sondern Ökoprodukte (ja, die gibts hier in USA auch, aber das war der erste Laden dieser Art den wir gefunden haben…). Auf unsere Nachfrage hin haben wir erfahren, dass der Laden den wir suchen schon vor einiger Zeit umgezogen ist und wir sollten es doch mal im WalMart versuchen. Also sind wir dort hin.
Im WalMart gibt es alles. Nur keine Verkäuferin. Als wir dann eine gefunden hatten und sie nach einem Duvet Cover fragten, antwortete sie in bestem Englisch „Heaea“ oder so ähnlich und die Erklärerei ging wieder von vorne los. Dann zeigte sie uns den Weg zu den ganzen Bettsachen und verschwand wieder einem der vielen Gänge. Wieder fanden wir alles was wir suchten, nur kein Duvet Cover. Wir haben uns dann mal die Kissenbezüge und das Spanntuch reserviert und hinter anderen Artikeln versteckt, weil die recht günstig waren. Dann sind wir heimgefahren. Am nächsten Tag haben wir einen Laden versucht, den ein Kollege empfohlen hat. Das ist so eine Art „Picks Raus“ und die hatten tatsächlich was wir suchten, allerdings in fürchterlichen Farben und auch nicht gerade billig (30$). Also sind wir zum nächsten gefahren, und das war dann tatsächlich der schon früher gesuchte Plej’s. Aber den Weg hätten wir uns auch sparen können….
Im angeschlossenen Supermarkt haben wir dann einen Fußball und einen Tennisschläger gekauft, damit wir wenigstens mal was zum Spielen haben.
Inzwischen hatte sich Marc entschieden, einfach 2 Flat Sheets zu kaufen und die zusammenzunähen lassen, da er einige Damen vom Band kennen gelernt hatte. Ich war darüber nicht so glücklich. Aber er fing immer wieder damit an, nur gekauft hat er das dann doch nicht. Eigentlich haben wir dann aufgegeben.
Am Samstag wollten wir beiden dann zur Bank, um unsere Schecks aufs Konto einzuzahlen. Da unsere Bank beim Prettl Samstags geschlossen war, sind wir in die Greenwood Mall gefahren, da dort eine Samstags offen haben sollte. Gefunden haben wir sie in der Mall nicht, dafür einen riesigen Laden names „Bed, Bath & Beyond“ und dort gabs alles für den Haushalt. Also sind wir halt mal durchgelaufen und in der Bettenabteilung sind wir dann wie vom Schlag getroffen worden: Hing da doch ein Schild mit 2×3 Meter wo drauf stand: „5 reasons why to buy a Duvet Cover“. Nicht dass die das nur kannten oder schon mal gehört haben, die machen sogar Werbung damit und wollen die Leute überzeugen eins zu kaufen. Uns mussten die freilich nicht überzeugen. Wir haben uns dort durchgesucht und tatsächlich gefunden was wir suchten: Ein Duvet Cover in bester Qualität mit Knöpfen an der richtigen Stelle und auch in der richtigen Größe. Genau wie daheim. Und das zum Preis von nur 20$. Also haben wir das gleich mitgenommen. Die Kissenbezüge und Spanntücher waren aber so teuer, dass wir dann lieber wieder zum WalMart gefahren sind, wo wir ja schon etwas versteckt hatten, das uns gefallen und gepasst hat. Das war natürlich im Serviceland USA nicht mehr an dem versteckten Platz sondern wieder aufgeräumt. Es gab aber noch genug von dem was wir wollten und so kauften wir es. Jetzt sind wir mit ca. 35$ davon gekommen.